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Myanmar: Goldenes Land der Mystik

 
     
 
Nachdem uns der Alltag nun wieder fest in seinem Griff hat, haben wir endlich die Zeit und die Muße gefunden, unsere Erlebnisse noch einmal auf Papier zu bringen. Doch zuerst möchten wir uns für die gelungene Organisation bedanken: Der Service am Telefon, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die informativen Materialien haben uns schon vor unserem Abflug das Gefühl gegeben, in den richtigen Händen zu sein.
Myanmar BaganUnser Flug mit Thai Airways verlief ohne Zwischenfälle, der Service der Airline ist, verglichen mit europäischen Fluglinien, sehr aufmerksam und extrem freundlich. Auch unser Reiseleiter war großartig, gut vorbereitet, auch für Fragen unsererseits, immer gut gelaunt und voll kleinstem Detailwissen über das Land. Auch die Hotels waren durchweg auf den Anspruch europäischer Reisender ausgerichtet. Die Zimmer waren komfortabel, sauber und die Atmosphäre immer angenehm.
Nun zu den Einzelheiten der Reise: Wir flogen von Frankfurt nach Yangon, wie bereits gesagt mit Thai Airways. Wir kannten die Airline nicht und waren wirklich begeistert. Man erfüllte uns jeden Extrawunsch, auch als meine Frau außerhalb der Servicezeiten etwas zum Trinken wollte, war dies kein Problem.
Myanmar Schwedagon PagodeYangon ist eine extrem geschäftige Stadt, es wimmelt nur so von kleinen, hektischen Menschen. (Entschuldigung, dass wir das Klischee hier benutzen, aber es fühlt sich einfach so an.) Sechs Millionen Menschen leben im Einzugsgebiet, hier schlägt das industrielle Herz des Landes. Leider ist dementsprechend viel von der alten Stadt kaputt, Tradition sieht man hier kaum mehr, nur noch die Shwegadon-Pagode (und die ist wirklich eine der schönsten Pagoden auf der Erde) ist hier wirklich sehenswert. Hier ist alles gold, es leuchtet und strahlt, wir sind ziemlich überwältigt von der Atmosphäre hier. Wir beobachteten gläubige Burmesen beim Beten und schlendern über das Areal.
Mandalay ist die zweitgrößte Stadt Myanmars. Sie liegt im Landesinneren und um zu ihr zu gelangen, mussten wir wieder ins Flugzeug. Doch die Entfernungen sind nicht so groß, und so waren wir schnell da. Zuerst ging es zum Hotel. Dann ging es auf Entdeckungstour. Mandalay  ist voller Mönche, da hier rund 60 Prozent der hiesigen buddhistischen Mönche leben. Hier befinden sich auch die meisten Pagoden und Klöster. Auf unserem Weg Myanmar Mandalay Royal Palastlagen die berühmte Mahamuni Pagode mit dem goldenen Buddha, der etwas unförmig aussieht, weil die Gläubigen ihn immer aufs Neue mit Blattgold "verschönern". Bei der Herstellung von Blattgold konnten wir zusehen und uns wurde schnell klar, warum diese Arbeit nur von Männern ausgeführt wurde. Sie ist mehr als schweißtreibend. Immer wieder werden flache Goldstückchen mit schweren Hämmern dünner und dünner geschlagen. Dann besuchten wir die Kuthodaw Pagode und verbrachten die Nacht in Mandalay.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter, nach Süden nach Amarapura, wo wir eine Mönchsspeisung miterleben konnten. Das ist wirklich spannender als es klingt. Zu einer bestimmten Uhrzeit versammeln sich hunderte von Mönchen und stellen sich brav in zwei Warteschlangen an. Und dann auf einmal geht es los, die Schlange setzt sich in Bewegung. Es ist alles perfekt durchorganisiert, es geht unglaublich schnell, und schon haben alle Mönche ihr Essen. An der ersten Station erhalten sie Reis, dann Kuchen oder so etwas ähnliches, und dann verschwinden sie ins Innere. Das Tempo war faszinierend, und die Disziplin der Mönche, mit der sie sich geduldig anstellten, wäre hierzulande undenkbar.
Ein Ausflug am nächsten Tag führte uns mit der Fähre nach Inwa. Die Landschaft wird hier ländlicher. Das bestätigte uns auch unsere Fahrt mit einer Pferdekutsche. Wir besichtigten ein  Teakholzkloster, einen schiefen Wachturm und das Kloster Maha Aungmye Bonzan Kyaung. Die Landschaft ist hier grün und freundlich, wir liebten diese Gegend sofort. In Sagaing besuchten wir eine Silberschmiede, dann kehrten wir wieder nach Mandalay zurück.
Myanmar MarktAm nächsten Morgen fuhren wir nach Monywa. Von Mandalay dauerte die Fahrt etwa zweieinhalb Stunden, und wir fuhren in gemächlichem Tempo durch wunderschöne Gegenden. Die hübsche kleine Stadt ist das Tor zum Thehboddhay-Pagoden-Komplex. Und der ist riesig, hier stehen 845 Stupas und 7.350 Statuen. Wieder ist alles mit Gold überzogen, wenn man sieht, wie die Menschen hier leben, wenn man die Augen wirklich aufmacht, fragt man sich, warum alles Geld in die Tempelanlagen gesteckt wird und so wenig in die Menschen. Für uns als vorüberziehende Reisende ist der Anblick allerdings beeindruckend und selten. Und vielleicht ist das auch das große Plus des Landes, immerhin können sie so Touristen anlocken und damit Devisen in ihr Land holen. Und wenn man, wie wir, vielleicht dem einen oder anderen kleinen Händler etwas abkauft, hat auch der kleine Mann etwas von unserem Besuch.
Von Pakokku reisten wir per Boot weiter nach Bagan. Die Landschaft hier war atemberaubend grün und still. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Hier steht ein architektonisches Meisterwerk: Ananda Pahto - einer der schönsten, größten und besterhaltenen Tempel. Eine schöne Abwechslung bot der Nyaung U Markt. Hier ist es geschäftig und laut und sehr eng und man wird in alle Richtungen geschoben. Mir gefiel es sehr gut hier, man bekam ein wenig einen Einblick in das Leben der Burmesen, das wir bisher noch nicht wirklich beobachten konnten.
Myanmar Inle SeeUnsere nächste Station war der Inle-See. Mit einem Motorboot erkundeten wir die Umgebung. Die Menschen vom See, die Inthas, bewohnen den See. Ihr Dorfleben passiert vor allem auf dem Wasser, auch ihre Häuser stehen hier, es ist ein etwas eigenwilliger Lebensstil, aber notwendig.
Die Phaung-Daw-U-Pagode ist das religiöse Zentrum des südlichen Shan-Staates und beherbergt fünf wichtige Buddha-Statuen. Außerdem besuchten wir noch einen Markt, was mir wieder am besten gefallen hat. Diese Märkte haben eine ganz eigene Stimmung, hier ist es so lebendig, ganz anders als bei den durchgeistigten Mönchen.
Doch schon am nächsten Tag ging es zurück nach Yangon. Unsere Rückreise nach dieser 12-tägigen Rundreise stand schon wieder an. Unser Fazit ist sehr gut. Myanmar ist ein kulturell sehr reiches Land, wenn man sich für Religion, Tempel und Pagoden interessiert. Das Land ist von einer stillen Schönheit, und deshalb ist es umso trauriger zu wissen, was hier politisch passiert: die Menschenrechtsverstöße, die Behandlung von Minderheiten wie den Karen, der Einsatz von Kindersoldaten und Folter. Doch ist es trotz allem einen Besuch wert, und je mehr Menschen Myanmar sehen und sich vielleicht in das Land verlieben, wie wir es getan haben, umso mehr setzen sich vielleicht ein, um etwas zu verändern. Wir sind große Fans des Landes geworden und hoffen, dass sich die politischen Verhältnisse bald ändern.

M. Cech
 
     
     
     
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