Dass man seine Reiseerfahrungen mitteilen kann und damit anderen seine Entscheidung vielleicht erleichtern kann, finden wir eine großartige Idee. Uns hat unsere Reise so gut gefallen, dass wir sie nur weiterempfehlen können. Die Reise war sehr abwechslungsreich und hat uns Vietnams unterschiedliche Gesichter gezeigt.
Die Organisation war sehr gut, die Hotels gut ausgewählt, alle entsprachen so ziemlich unserem deutschen Standard und waren vor allem sauber und gepflegt. Auch das Boot war eine schöne Abwechslung. Unser Reiseleiter war informiert und gab seine Kenntnis über das Land gern und lebhaft an uns weiter.

Die Reise begann in Hanoi. Dort hatten wir leider nicht viel Zeit, um uns von dem langen Flug zu erholen. Es ging relativ schnell weiter, jedoch in einer Fahrradrikscha, so dass wir uns nur zurückzulehnen brauchten. Das war eine lustige neue Erfahrung für uns, auch wenn wir ein wenig ein schlechtes Gewissen hatten, wenn der kleine Asiate vor uns sich so abstrampelte. Am Abend folgte ein Puppentheater im Wasser. Die Spieler befanden sich dabei durchgehend im Wasser. Da wir nichts verstanden, war das Ganze eine faszinierende visuelle Erfahrung.
An der Halongbucht stiegen wir am nächsten Tag in eine Dschunke zu einer Fahrt durch die Bucht. Es war überaus beeindruckend, die kleinen und größeren felsigen Inseln zu sehen. An einer hielten wir und besichtigten eine Höhle.

Die Übernachtung an Bord war sehr romantisch. Dann noch einmal Hanoi, wo wir das Mausoleum Ho-Chi-Minhs besichtigten, der hier einbalsamiert den Blicken ausgeliefert liegt, ganz entgegen seinen eigenen Wünschen. Hanloi ist eine schöne Stadt mit unglaublichem Verkehr und einer anziehenden Mischung aus Moderne und Tradition.
Ein kurzer Flug brachte uns nach Danang. Wir waren nicht ganz sicher, was uns auf einer inländischen Fluglinie (Vietnam Airlines) wohl erwarten würde. Leider war das Personal nicht so freundlich, wie wir es von anderen asiatischen Airlines gewohnt waren. Das Essen war in Ordnung, alles in allem wohl ein eher mittelmäßiger Auftritt, aber für einen Flug, der nur rund eine Stunde dauert, war es okay.

Die Hafenstadt Hoi An steht unter dem Denkmalschutz der UNESCO. Viele schmale Gassen mit vielen Tempeln, Pagoden und Kaufmannshäusern. Wirklich eine sehenswerte Stadt. Hier war das Hotel wohl das schönste auf der ganzen Strecke, ein Heritage Resort, im französischen Kolonialstil. Und das Essen ist grandios!
Am nächsten Tag folgte ein Ausflug nach My Son, eine Ruinenanlage, von der die Natur schon sehr weit wieder Besitz genommen hat. Das hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten genug Zeit, um noch allein durch Hoi An zu schlendern und eigene Erfahrungen zu machen. Die nächste Station war Hue. Auch ein gut gewähltes Ziel.

Nach einer Fahrt auf dem Duftfluss, der zu unserer Jahreszeit leider gerade nicht duftete, fliegen wir nach Saigon. Diese Stadt unterschied sich von den übrigen Zielen, weil sie größer und vor allem anderen Einflüssen ausgesetzt war. So war ihre Architektur eine Mischung aus chinesischen und westlichen Einflüssen. Sogar ein Chinatown gibt es hier. Zwischen Hochhäusern gibt es kleine Gebäude, eine katholische Kirche, modernste Museen. Nachts ist die Stadt überall wunderschön beleuchtet. Auch westliche 70er Jahre-Architektur findet man hier, z.B. in dem 1966 erbauten Wiedervereinigungspalast. Wir machten einen Ausflug zum Markt, der überlaufen war, aber wunderbar, denn es wimmelt nur so von faszinierenden Dingen, die es bei uns nicht gibt. Wir wollten gar nicht wissen, was das alles war, aber es roch überall anders, manchmal sehr gut nach Gewürzen, dann wieder nach getrocknetem Was-auch-immer.
Zum Abschluss fehlte natürlich noch ein Höhepunkt: Die unterirdischen Gänge des Vietcong. An einigen Stellen war es so eng, dass man kaum durchkam. Platzangst sollte man hier nicht haben, aber wer sich hineintraut, erlebt eine vollkommen andere, erschreckende Welt. Absolut sehenswert.
Auf dem Schwimmenden Markt von Cai Be wurden Lebensmittel auf offenen Booten angeboten. Bisher hatten wir das nur in Dokumentationen gesehen. Es ist spannend, Handel auf diese Art zu erleben. Wir fahren außerdem noch an den hiesigen Reisanbaugebieten vorbei.
Am nächsten Tag mussten wir uns bereits wieder verabschieden und bestiegen unseren Flieger in Richtung Heimat. Vietnam ist ein Land, das sich wunderbar bereisen lässt. Es gibt viel zu sehen, die Menschen sind liebenswürdig und allein das Essen ist eine Reise wert. Ganz anders als wir es in Deutschland vom Vietnamesen kennen.
Helmut und Angelika H. aus Wiesbaden