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Australien: Kontinent der Kontraste

 
     
 
In Kiwi Tours hatten wir den richtigen Reiseveranstalter gefunden. Wir wollten schon lange nach Australien, aber da wir beide nicht englisch sprechen, wollten wir nicht allein losreisen. Also eine Geführte Rundreise. Von Marburg aus führen meine Frau und ich mit dem Zug nach Frankfurt, wo wir am Flughafen am Checkin unsere Koffer abgaben. Die Dame am Checkin war sehr freundlich, wir hatten unsere Hände voll mit Unterlagen und blickten nicht ganz durch. Sie half uns sehr nett und sortierte unsere Papiere, bis wir unseren Abflugschein in der Hand hielten und unsere Koffer auf dem Band davonfahren sahen. Wir waren beide schrecklich aufgeregt, immerhin  war es unsere erste weite Reise und eigentlich fast unsere erste Flugreise.
Australien Sydney OperVon Frankfurt flogen wir über Singapur nach Sydney. Der Flug war unglaublich lang, über 20 Stunden saßen wir im Flieger eingepfercht, nur wenige Male standen wir auf und gingen durch die Reihen. Aber das hatten wir von Anfang an gewusst, und leider kommt man nicht schneller ans andere Ende der Welt. In Singapur gab es dann einen kurzen Umsteigeaufenthalt, bei dem wir verzweifelt das richtige Abfluggate suchten, aber auch das schafften wir letztendlich. Der Flug mit Qantas war sehr angenehm. Das Personal war sehr freundlich, das Essen gut und der Sitzabstand auch in Ordnung.
Erst an unserem dritten Reisetag kamen wir in Sydney an. Unsere Flieger war pünktlich und wir kamen schnell durch die Passkontrolle. Die Australier sind sehr nette Menschen, man ist das als Deutscher gar nicht gewöhnt, dass einen die Leute alle anlächeln. Am Ausgang erwartete uns unser Reiseleiter mit einem Schild mit dem Aufdruck "Kiwi Tours". Wir mussten noch ein wenig warten, bis die Gruppe vollständig war und alle Namen auf der Liste abgehakt waren, dann brachen wir auf. Mit dem Bus wurden wir ins Hotel gebracht. Wir waren sehr müde, der lange Flug hatte extrem geschlaucht, dafür konnten wir sofort in die Zimmer, was toll war, immerhin war es frühmorgens. Hier haben wir uns erst einmal ausgeruht.
Australien Sydney Harbour BrigdeAm Abend wurden wir noch einmal alle herzlich Willkommen geheißen. Bei einem Umtrunk hatten wir Gelegenheit, unsere Mitreisenden kennen zu lernen. Das war schön, so war die erste längere Reise nicht so anonym. Unser Reiseleiter gab uns einen kurzen Abriss über das, was uns erwarten würde. Er erklärte uns, wie unsere Reise ablaufen würde und was uns  alles erwartete.
In dieser Nacht schliefen wir gut, endlich wieder in richtigen Betten. Das Hotel war gepflegt und sauber, vor allem das Bad konnte sich sehen lassen. Am nächsten Morgen ging es auf Entdeckungstour. Wir machten eine Stadtrundfahrt in einem sehr komfortablen Bus. Daran schloss sich eine Hafenrundfahrt an. Der berühmte Blick auf die Skyline von Sydney vom  Wasser aus ist großartig. Endlich Urlaub!
Am nächsten Morgen hieß es dann leider früh aufstehen. Das war generell das einzige Problem, das wir mit der reise hatten. Jeden Tag musste man früh aufstehen. Leider kann man kaum einen Tag lang selbst entscheiden, wann man das Bett verlassen will. Eigentlich schon richtig, wer will schon seinen Urlaub im Hotelbett verschlafen. Aber so manch einen Morgen haben wir uns schon wirklich schwer aus dem Bett gerollt. So ging es am nächsten Morgen schon wieder in aller Frühe zum Flughafen. Das war nach dem langen Hinflug keine große Freude, aber die Wege sind weit in Australien, und wenn man schnell von A nach B kommen will, dann muss man wieder ins Flugzeug. Unser Flug führte uns ins Zentrum Australiens. Wir hatten das Privileg, den Ayers Rock sowohl bei Sonnenuntergang betrachten zu können als auch bei Sonnenaufgang (wieder früh aufstehen!!!). Australien - Ayers RockBei Sonnenuntergang sogar recht dekadent mit einem Glas Sekt in der Hand. Was für ein Anblick! Es ist schon etwas anderes, direkt vor dem Uluru zu stehen, den man von so vielen Fotos kennt. Kein Vergleich. Am nächsten Morgen erwartete uns also noch einmal ein ähnliches Farbspiel bei Sonnenaufgang. Da die Aboriginies es nicht gern sehen, wenn man den Ayers Rock, ihren heiligen Berg, besteigt, hat unsere Gruppe beschlossen, nur einen Spaziergang außenrum zu machen. Dieser Ort hat etwas Magisches. Die Olgas liegen nicht weit weg vom Ayers Rock und boten sich für einen weiteren Stopp an. Bei Sonnenuntergang sollen sie auch ganz in rot aufleuchten, wir waren tagsüber da, da sind sie eher braun. Aber mit dem wolkenfreien blauen Himmel im Hintergrund sehen auch sie majestätisch aus. Ihre leichten Rundungen machen sie vor allem von Weitem zu einer interessanten Sehenswürdigkeit.
Australien Kings CanyonUnser nächster Halt war der Kings Canyon. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich hier einige eigenartige Gesteinsformen ausgebildet. Danach ging es weiter nach Alice Springs. Diese kleine Stadt mit dem großen Pioniergeist ist Ausgangspunkt für Ausflüge ins Rote Zentrum.  Hier hält die Nord-Süd-Route der Eisenbahn, die quer durch den Kontinent verläuft. Vom Anzac Hill hatten wir einen herrlichen Blick auf die Umgebung. Die Nacht verbrachten wir in Alice Springs in einem schönen Hotel. Am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen, um auch nichts zu verpassen und der Bus brachte uns in Richtung Norden zu den Devils Marbles, runde Steine, die seit Jahrtausenden hier liegen. Die nächste Strecke war weniger aufregend, es war ziemlich trocken um uns herum. In Katherine machten wir eine Bootsfahrt durch die Katherine Gorge, eine schöne Abwechslung. Vom Wasser aus ist die Schlucht am besten zu besichtigen, und wir genossen den Blick und die Ruhe, die hohen Wände um uns und vor uns das schmale Blau des Himmels.
Im Kakadu Nationalpark haben wir sehr viele Tiere gesehen. Auch das eine willkommene Abwechslung, denn Tiere haben sich bisher rar gemacht. Sie leben hier wirklich frei, und das macht die Ansicht dieser Tiere noch schöner, denn sonst kennt man solche Lebewesen dann doch eher aus dem Zoo - hinter Gittern.
Australien Darwin HafenUnser nächstes Ziel war Darwin. Die Strecke dorthin dauerte gut 4,5 Stunden. Wir vergnügten uns mit dem herrlichen Blick aus dem Fenster. Wir sind froh darüber, uns für eine geführte Rundreise entschieden zu haben, denn so können beide den Blick aus dem Fenster genießen und müssen nicht auf die Straße achten. In Darwin erlebten wir ein ganz anderes Australien als im Roten Zentrum. Das Klima ist tropisch hier, es ist warm und ein wenig schwül. Es gibt einen Botanischen Garten hier, der über hundert Jahre alt ist. Hier findet man verschiedene Themen, unter anderem einen Monsunwald und einen tropischen Regenwald.
Von hier aus war es nur noch ein Katzensprung nach Cairns, dem Tor zum Great Barrier Reef. Wir hatten uns schon sehr auf dieses Reiseziel gefreut, wenn man schon nach Australien reist, dann muss man das einfach gesehen haben. Die Unterwasserwelt hier hat uns sehr beeindruckt. Aber auch schockiert, denn überall wird man darauf aufmerksam gemacht, dass das Riff stirbt. Die Vorstellung, dass es in einigen Jahren diese Farbenpracht unter Wasser nicht mehr geben könnte, ist wirklich alles andere als schön. Was für ein Verlust.
Australien Great Barrier Reef SchnorchlerBei einem Ausflug lernten wir dann noch Kuranda kennen, ein kleines Städtchen in den Bergen. Auf der Hinfahrt benutzten wir die Skyrail, eine Gondel, bei deren Fahrt man einen herrlichen Blick hat. Oben sind wir durch den Ort geschlendert und haben uns den Markt angesehen. Zurück ging's mit der Bahn.
Wir übernachteten in Airlie Beach. Es war das Paradies.. Airlie Beach ist ein Urlaubsort direkt am Strand, der blauen Himmel und blaues Wasser bot. An dem Tag am Strand konnten wir einmal richtig ausspannen und uns einfach die Sonne auf den - gut eingecremten - Bauch scheinen lassen. Mit der Sonne sollte man in Australien vorsichtig sein, sie ist stärker als sie wirkt.
In Rockhampton besuchten wir noch das in hervorragendem Zustand befindliche Glenmore Homestead mit seinen alten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Dann legten wir ab, hinüber nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Mit einem riesigen Katamaran fuhren wir hinüber auf die Insel. Auch hier übernachteten wir in einem schönen Hotel und gaben uns ganz dem süßen Nichtstun hin. Hier gibt es Strand und Wasser in Hülle und Fülle. Erst am übernächsten Tag ging es wieder weiter, zu unserer letzten Station: Brisbane. Die Strecke dorthin war sehr schön, die Fahrt ging entlang einer traumhaften Küstenstraße. Am Abend erreichten wir Brisbane. Leider mussten wir schon am nächsten Morgen wieder zum Flughafen, von wo aus unser Rückflug nach Deutschland ging. Also haben wir von Brisbane leider nicht mehr sehr viel gesehen.
Aber auch ohne Brisbane war die Reise ein voller Erfolg. Uns hat - bis aufs Aufstehen - alles gefallen, der Service war gut, die Organisation hervorragend, der Reiseleiter war sehr nett und auch mit den übrigen Mitreisenden haben wir uns gut verstanden. Das Rotationsprinzip im Bus fanden wir ganz gut, aber auch sehr kompliziert, denn selten wusste jeder, wo er sitzen sollte. Dafür konnte aber jeder auch einmal vorne sitzen und hatte den Blick nach vorne ganz frei. Wir können diese Reise nur weiter empfehlen, uns hat es großen Spaß gemacht und nur aus diesem Grund habe ich mich noch einmal hingesetzt, um für etwaige Interessenten einen kurzen Überblick über die Reise und Kiwi Tours zu geben. Von uns gibt's fünf Sterne!

Ina und Michi H., Marburg
 
     
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