Kiwi Tours hatte gerade einen Preis für die beste Neuseelandgruppenreise gewonnen. Vielleicht für mich auch ausschlaggebend dafür, hier zu buchen. Und es hat sich absolut gelohnt! Es ist ein anstrengender Flug nach Neuseeland. Das gebe ich gern zu. In meinem Fall insgesamt ganz genau 26 Stunden 55 Minuten. Wir haben einen Abstecher nach Hongkong gemacht, das sollte die Länge des Fluges ein wenig erleichtern. Nach 16 Stunden und 10 Minuten sind wir gelandet.

Besonders schön fand ich das Unterhaltungsprogramm an Bord: Jeder hatte seinen eigenen kleinen Fernsehschirm auf der Rückseite des Vordersitzes. Mir wurde gesagt, dass das heute Usus sei, aber ich kannte das noch nicht und war positiv überrascht. Hongkong ist riesig! Schon der Flughafen allein ist einen Besuch wert. So, wie man sich den Flughafen von einer Stadt wie Hongkong vorstellt. Modernste Architektur, Skulpturen, die zum Teil nur noch entfernt daran erinnern, dass man sich nicht in einem Museum befindet. Am Gateausgang wurden wir von unserem örtlichen Reiseleiter abgeholt. Er brachte uns in unser Hotel, das Zimmer war in Ordnung, leider war der Blick von anderen Hochhäusern verdeckt. Aber das ist hier wohl überall so. Am nächsten Tag ging es nach einer Stadtrundfahrt weiter nach Neuseeland.

In Christchurch angekommen, begrüßte uns die Reiseleiterin gleich am Flughafen. Die kleine Stadt gefiel mir aufgrund ihrer viktorianischen Bauten. Alles rief förmlich "Klein-England". Unsere Gruppe bestand aus nur 17 Personen, das war angenehm, weil man jeden persönlich kennen lernte und nicht einfach nur anonym hinter jemandem herlief, der einen Regenschirm hoch über seinen Kopf hält. Für mich als Alleinreisenden war es leicht, hier Kontakte zu knüpfen, und so spazierte ich immer mal wieder mit anderen Mitreisenden herum. Auf den nächsten Teil meiner Reise freute ich mich ganz besonders. Immerhin ist es nicht alltäglich, dass man auf einer Gruppenreise auch eine Nacht bei Einheimischen auf einer Farm verbringt.

Ich spreche nicht sehr gut englisch, aber ich war sicher, dass das Ganze so gut vorbereitet war, dass das kein Problem darstellt. Außerdem habe ich auch noch meine Hände und Füße - und ein englisches Wörterbuch. Wir wurden in kleinere Gruppen aufgeteilt - wir waren zu dritt -, da die Farmen immer nur eine kleine Anzahl von Urlaubern aufnehmen konnten. Die Farmer waren unheimlich nett, haben uns auf ihrem Gehöft rumgeführt und uns ihre Kühe und Schafe gezeigt. Ich durfte die kleinen Milchlämmer, die in einem kleinen Stall waren, die Flasche geben. Henry, der Farmer, zeigt uns dann noch einige Tricks, die seine Hütehunde draufhatten. Unglaublich, wie gut die trainiert sind. Das Abendessen gab es in der Stube. Ich betete, dass es nicht ein kleines Lamm war, das heute auf unserem Teller endete. Aber ich hatte Glück: Es gab einen einfachen, aber sehr köstlichen Eintopf mit viel Gemüse und Kalbfleisch, etwa wie bei uns Pichelsteiner. Dazu gab es Ale und Wasser. Zu Beginn hatte ich noch etwas Angst davor, dass die ganze Begegnung etwas steif sein könnte, aber dann habe ich bemerkt, dass die Farmer das auch nicht zum ersten Mal machten und ganz genau wussten, worauf sie sich einließen. Dadurch kam es auch nicht zu peinlichen Konversationspausen, die vor allem durch unsere Sprachverwirrung immer lebendig blieb. Die Zimmer waren einfach, aber voller Komfort und heimelig eingerichtet. Wanaka hatte für mich alles, was einen schönen Ort auszeichnet. Viele kleine Läden, einen großen Supermarkt, viele unterschiedliche Restaurants und Cafés, ein winziges Kino und natürlich die wunderschöne Lage am See. Das Oakridge Resort, in dem wir untergebracht waren, gefiel mir sofort. Ich nutzte die Zeit für einen schönen Spaziergang allein, denn inzwischen hatte ich ein dringendes Einsamkeitsbedürfnis entwickelt. So genoss ich einen kleinen Abstecher ins Café und einen einsamen Spaziergang am Ufer des Sees, denn inzwischen war auch die Sonne ganz wieder aufgetaucht. Queenstown:

Die Stadt ist vor allem sie bekannt für ihren Abenteuertourismus: Skydiving, Bungy Jumping, Jetboating etc. Für mich alles nichts. Ich habe mir die Fahrt mit der Skyline Gondel hinauf auf den Bob´s Peak gegönnt. Per Bus ging es dann weiter nach Franz Josef. Im Bus haben wir uns mit den Plätzen abgewechselt, damit jeder mal ganz vorne sitzen konnte. Durch den heutigen Regen hatten wir leider nicht die beste Sicht auf den Gletscher, aber erfreulicherweise kam am höchsten Punkt des Passes die Sonne raus. Aber auch so war die Fahrt durch die nasse, regenwaldähnliche Landschaft wunderschön. An jeder Wegbiegung wären wir am liebsten ausgestiegen und hätten gern neue Fotos gemacht, da die Sonne wunderschön auf dem nassen Wald glitzerte und die Szenerie in eine Traumlandschaft verwandelte.

Die Überfahrt über die die beiden Inseln trennenden Marlborough Sounds verlief ganz ruhig. Und der Blick ist gigantisch. Unsere nächste Station war Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Wir machten noch eine kurze Stadtrundfahrt, bevor es ins Hotel ging, einem Mitglied der Mercure-Kette, das dem Standard einer gehobenen Hotelkette entspricht, aber auch genau diesen Charme ausstrahlt.


Das Te Papa-Museum, das Nationalmuseum Neuseelands beeindruckte mich nicht nur durch seine asymmetrische Architektur. Die Ausstellung auf fünf Etagen bot einen abwechslungsreichen Blick in die Geschichte, Natur und Kultur der ersten Bewohner der Inseln. Besonders eindrucksvoll fand ich die Maori-Artefakte im vierten Stock. Für mich ist dieses Museum ein Highlight der Reise! In Rotorua gefielen mir am besten die Luftbläschen, die in den grauen Schlammpools aufsteigen und wunderschöne Ringe in verschiedenen Grautönen in die Masse malen. Natürlich ist auch hier schon vieles auf Touristen ausgerichtet, nichtsdestotrotz spürt man die Kraft, die im Innern der Erde herrscht und die sich hier entlädt. Zu Abend gab es ein traditionelles Hangi, das Erdofenessen der Maori. Die Zubereitungsart in einem Erdloch mit heißen Steinen ist spannend, wenn auch das wenig gewürzte Essen gewöhnungsbedürftig ist.

Unsere vorletzte Station liegt auf der Coromandel Halbinsel in der Nähe von Auckland. Unsere Unterkunft, die Pauanui Pines Motor Lodge, war ganz nett und lag nicht weit vom Strand. Das Wasser hatte low tide, Ebbe, als wir ankamen. Es war schon spannend zu sehen, wie der Wasserspiegel sich zu verschiedenen Tageszeiten verändert hatte. Unsere Reiseleiterin brachte uns zum Hot Water Beach. Hier muss man bei Ebbe hin, damit man die aus dem Boden sprudelnden heißen Quellen mitkriegt. In kleinen sandigen "Naturpools", die man sich selbst buddeln kann, sammelt sich das Wasser und man kann sich dann da reinlegen. Leider ist es hier sehr voll. Trotzdem ist das warme Wasser ein Erlebnis.

In Auckland angekommen wurden wir erst einmal ins Sky City Hotel gebracht. Es lag sehr zentral, gleich beim Sky Tower. Leider konnte man im Hotel die Fenster nicht öffnen. Aber das war auch das einzig negative, das ich anmerken kann. Als ich abends noch in den geheizten Open-Air-Pool auf dem Dach des Hotels gesprungen bin, war ich so völlig ausgesöhnt mit den nicht zu öffnenden Fenstern. Auckland ist eine fröhliche und bunte Stadt. Mitten in ihrem Herzen liegt die Uni mit einem schönen Park auf einer kleinen Anhöhe. Wir sind auf den Sky Tower hinaufgefahren und haben von oben durch die Glasfenster im Boden nach unten geschaut. 182 Meter von dieser Plattform aus. Von hier oben hat man einen schönen Blick über die Stadt. Unsere letzte Station waren die Cook Islands. Ich wollte ja schon immer mal in die Südsee, und aus diesem Grund hatte ich mir diese Reise mit dem kurzen Abstecher auf die schöne Insel ausgesucht. Ein kurzer Flug von "nur" 6 ½ Stunden brachte uns auf die Insel. Auch hier klappte der Transfer gut. Unsere Koffer und wir wurden zum Hotel gebracht. Endlich mal ein wenig ausspannen nach zwei Wochen Busfahren.

Ich legte mich an den Strand, guten Gewissens. Am nächsten Morgen hab ich die Insel erkundet. Ich bin an wunderschönen weißen Stränden vorbeigekommen, wo das Wasser hellblau bis türkisgrün ist. Ich hätte nie gedacht, dass es solche Plätze wirklich gibt. Ein wunderbares Ende für eine traumhafte Reise! Ich werde mich immer mit Freuden daran erinnern. Neuseeland ist ein wunderschönes Land mit leuchtenden Farben.
Herr H. aus Köln