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Azoren Rundreise Reisebericht
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Azoren: Höhepunkte der Vulkaninseln

 
     
 
Unsere Reise sollte uns auf eine Insel führen, das hatten wir geplant. Eigentlich wollten wir auf die Kapverden, aber nach reiflicher Recherche im Internet sind wir dann doch auf den Azoren gelandet. Auf den Azoren gibt es vor allem Natur. Viel los ist hier nicht, die Inseln sind eher ein wenig gemütlich, man kann viel wandern, Fahrrad fahren oder einfach die Landschaft genießen. Unsere Reisegruppe war nicht groß, sie bestand aus 18 Teilnehmern. Der fünfstündige Flug verging schnell, die Zeitverschiebung beträgt angenehme 2 Stunden. Wir begannen die Reise in Ponta Delgada, der Hauptstadt, auf der größten Insel Sao Miguel.
Ponta Delgada ist ein schönes kleines Städtchen. Es war erst früher Abend, und so zogen wir noch einmal nach dem Abendessen los und machten einen Spaziergang entlang der Uferstraße. Azoren KircheMan spürt die Nähe zu Portugal, die Kirchen sehen sehr portugiesisch aus. Die mitten in der Stadt liegende Kirche Ermida de Nossa Senhora da Mae Deus liegt auf einem kleinen Hügel, so dass man von dort einen guten Rundblick auf die Stadt hat. Die Kirche kann man schon von weitem sehen. Von hier fuhren wir dann weiter nach Sete Cidades. Die Fahrt über die Insel ist kurvenreich, aber gesäumt von herrlichen Anblicken. Sao Miguel ist nicht groß, sie misst in der Länge nur etwa 60 km, an der breitesten Stelle gut 12 Kilometer. Wir fuhren nie lang, hielten oft an, um den Ausblick auf den Atlantik oder eine landschaftlich interessante Stelle zu genießen. Sete Cidades ist ein kleines Bauerndorf, das am Rand der zwei berühmten Zwillingsseen Lagoa Azul und Lagoa Verde liegt. Vom berühmten Aussichtspunkt Vista do Rei hatte man einen herrlichen Blick auf die Besonderheit der beiden Seen - der eine See leuchtet blau, der andere grün. Es ist unwirklich schön hier. Auf einer Ananasplantage, was wir vorher auch noch nie gesehen hatten, durften wir den hier gemachten Likör probieren. Lecker. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Furnas. Auch auf dieser Fahrt passierten wir einige großartige Aussichtspunkte, von denen wir tolle Fotos machten. Der Atlantik ist ein wenig ungehalten hier, und wir stehen oft weit über ihm und haben einen tollen Blick. In Furnas gibt es heiße Quellen, die aus dem Innern des Vulkans aufsteigen und sich in dichten Wolken schon von weitem zeigen. Es riecht ein wenig gewöhnungsbedürftig, nach faulen Eiern, aber nicht wirklich schlimm. Azoren LandzungeAm Ufer des Sees Lagoa Furnas konnten wir die Quellen dann von ganz nah sehen, und uns wurde erklärt, dass in den Bodenlöchern die rund um die Quellen gegraben wurden, Essen gekocht wurde: Das berühmte Cozido, ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten, Kohl, Kartoffeln und Karotten, die einfach in einen Topf gegeben werden und mehrere Stunden im Erdinneren geschmort werden. Beim anschließenden Essen konnten wir uns ein Bild vom fertigen Cozido machen. Der mineralische Geschmack ist sehr stark, doch er ist auch äußerst wohlschmeckend. Am Nachmittag besuchten wir den Terra Nostra Garden Park. Dieser Park wurde 1780 von einem amerikanischen Orangenbaron angebaut. Er ließ Pflanzen aus seiner importieren, die noch heute hier wachsen. Unterhalb seiner Villa ließ er einen Naturpool ausheben, in dem man noch heute in dem 31 Grad warmen Wasser der heißen Quellen baden kann. Was wir auch durften und so begaben wir uns in das leicht schwefelige Wasser. Es war weich und warm und ein wirkliches Erlebnis! Der Park gehört heute zu einem Hotel und dient diesen als Swimmingpool, doch auch Externe dürfen hier baden. Der Park selbst,m den wir danach noch ansahen, ist wirklich sehr schön. Immer wieder überrascht einen eine neue, anders und noch schöner angelegte Stelle, es ist ein Park, der vor geheimen Stellen nur so strotzt, es gibt schmale Wege, kleine Bäche, hohe Bäume, die eine überwachsene Statue umgeben, verwunschene Brunnen, und überall viel viel verschiedenes Grün. Wir genossen diesen Spaziergang zu zweit, es war wirklich einer unserer persönlichen Höhepunkte der Reise. Da wir in Furnas selbst übernachteten, hatten wir die Möglichkeit, obwohl wir später zum Hotel gebracht wurden, noch einmal abends zurückzukehren und den Park fast allein für uns zu haben.
Azoren Sao MiguelAm nächsten Morgen nahmen wir an einem Ausflug nach nach Nordeste teil, einem kleinen Ort an der Ostküste Sao Miguels. Klein sind die Orte hier allerdings alle. Und das schöne an den Azoren ist, dass hier noch alles ursprünglich ist, es gibt wenig Tourismus, und so sind auch die Orte nicht für Tourismus ausgelegt, wo man alle Nase lang Touri-Cafés entdecken kann. Alles hier ist echt, und eigentlich nur für die Azoreaner. Die Menschen hier sind sehr freundlich, sie freuen sich, dass sich fremde Menschen für ihre Inseln interessieren. Rund um Nordeste gibt es unglaublich viele Blumen. Auf der Fahrt an der Küste entlang folgt ein schöner Ausblick dem nächsten. Wir hielten oft, um uns die Blumenpracht anzusehen.
Azoren BlumenAuf der Fahrt zurück nach Ponta Delgada, von wo wir auf die Insel Faial fliegen sollten, machten wir noch an Europas einziger Teeplantage halt und kosteten den hier angebauten Tee. Sehr mild...
Unser kurzer Flug nach Faial ging schnell, die Insel war ganz anders als Sao Miguel. Faial besteht eigentlich aus einem großen Vulkan, der 1957/58 zum letzten Mal ausgebrochen ist. Ein halbes Jahrhundert später sieht man die Reste immer noch. Es ist trockener hier, rauer. Auf Faial gibt es noch uralte Windmühlen, die einfach in der Landschaft stehen. Am Nachmittag fuhren wir hinaus aufs Meer zum Whale Watching. Wir wollten unbedingt einen Wal aus der Nähe sehen. Und wir wurden nicht enttäuscht, wenn es auch nur ein einziges Exemplar war, aber das war ziemlich nahe an uns dran. Wirklich ein beeindruckendes Tier.
Mit einer Fähre setzten wir dann noch über zur Insel Pico. Es ist die zweitgrößte Azoreninsel, auf der aufgrund des guten vulkanischen Bodens Wein angebaut wird. Der Pico ist mit seinen 2351 Metern Höhe der höchste Berg Portugals. Madalena ist eine typisch azorische Stadt mit den weißen Gebäuden und der gemächlichen Lebensart.
Wir haben unsere Reise in vollen Zügen genossen. Auf den Azoren kann man vieles sehen und sich gleichzeitig gut erholen. Durch die vorwiegend von Natur beherrschten Inseln macht sich eine Ruhe breit, die man sich von einem Urlaub wünscht. Die Azoren sind auf jeden Fall eine Reise wert. Wir sind gut erholt und um eine neue Erfahrung reicher nach Hause gekommen.

Jörg Sch., Köln
 
     
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