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Brasilien: Rio, Amazonas und brasilianischer Flair

 
     
 
Freunde von uns hatten eine Reise nach Australien mit dem Münchner Veranstalter Kiwi Tours unternommen und warten völlig begeistert zurückgekommen. Also haben wir uns anstecken lassen und uns bei dem gleichen Anbieter eine geführte Rundreise nach Brasilien ausgesucht. Der Flug mit TAP war in Ordnung, das Essen gut, der Service vielleicht etwas durchschnittlich, aber das machte uns nichts, der Flug war für uns Vielreisende nur Mittel zum Zweck. Über Lissabon, wo wir nur eine kurze Umsteigezeit hatten, ging es nach Rio.Brasilien Rio de Janeiro 
Am Flughafen wurden wir von unserem Reiseleiter abgeholt und gleich erst einmal ins Hotel gebracht. Unsere Koffer wurden für uns transportiert, wir mussten sie nur identifizieren und uns in den Bus begeben. Der Reiseleiter machte gleich einen netten Eindruck, hieß uns willkommen und erklärte uns, wie unsere Reise im Groben in den nächsten Tagen aussehen würde. Da wir uns am Abend nicht weit von unserem Hotel weg trauten, gingen wir in der Nähe in ein Restaurant und genossen gleich mal das typisch brasilianische Churrasco und - natürlich - einen Caipirinha. Ein angenehmer und entspannter Beginn unseres Urlaubes.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit unserer Reisegruppe auf den Corcovado. Die Fahrt mit der Zahnradbahn ging teilweise durch sehr dichten Wald. Oben angekommen, wurden wir erst einmal gesammelt, dann ging es zu Fuß weiter ganz hinauf, das war in dieser Hitze gar nicht unanstrengend, gottseidank hatten wir Hüte aufgesetzt und genug Wasser dabei. Von oben war der Blick trotz leichtem Smog atemberaubend schön. Die Hochhäuser, dazwischen grüne Hügel, die Strände, die in verschiedenen kleinen und größeren Buchten lagen. Und natürlich der Zuckerhut. Die Christus-Statue ist riesig und beeindruckend. Es ist wirklich ein Erlebnis und eine tolle Sicht. Wieder unten wurden wir mit dem Bus zur Copacabana gebracht. Hier spazierten wir eine Weile am Strand entlang, hinüber zu Ipanema, wo auf einem Platz ein großer Markt stattfand. Dann fuhren wir eine Strecke mit der U-Bahn, bis ins Zentrum. Uns war nicht ganz wohl dabei, aber die U-Bahn war freundlich, groß und sauber. ÜberhaBrasilien Rio de Janeiro Zuckerhutupt nicht furchteinflößend, wie man sie sich von Rio vorstellt. Am nächsten Vormittag machten wir dann eine Stadtrundfahrt. Rio hat einige sehr schöne Ecken, auch die Innenstadt mit der Oper ist schön, aber es gibt hier einfach sehr wenig grün. Natürlich fehlte auch die Fahrt auf den Zuckerhut nicht, allerdings ist der Blick hier bei weitem nicht so spektakulär wie vom Corcovado aus.
Am späten Nachmittag kamen wir zurück zum Hotel. Wir machten noch einen Bummel, dann gingen wir essen - an jeder Ecke findet man hier einladende, oft zur Straße hin offene Restaurants, und mit dem Essen kann man hier fast nichts falsch machen. Es schmeckt großartig, durch die europäischen Einflüsse ist das Essen nicht sehr exotisch und man muss den Magen nicht umstellen. Beim Churrasco muss man in einigen Restaurants aufpassen, denn es gibt eine Besonderheit: Man bekommt eine Karte auf den Tisch gelegt, die auf der einen Seite grün ist, auf der anderen rot. Die grüne Seite lässt man so lange oben liegen, bis man kein Fleischnachschub mehr möchte. Dann dreht man sie um. Zu Beginn wunderten wir uns etwas, dass unser Kellner immer wieder mit dem Fleischspieß kam und uns nachreichte. Dann erkannten wir das System, hatten aber bereits so viel gegessen, dass uns bald schlecht war.
Am nächsten Morgen wurden wir zum Flughafen gebracht. Auf der Fahrt fuhren wir an den Favelas der Stadt vorbei, das machte mich ein wenig traurig. Eine Wellblechhütte neben der andern, Müll auf der Straße, Kinder spielten dazwischen. Unser Flug brachte uns nach Iguazú. Hier grenzt Brasilien direkt an Argentinien, getrennt nur durch mehrere Wasserfälle. Brasilien Iguazu WasserfälleDas Spektakel ist im wahrsten Sinne atemberaubend und feucht. Die Fälle von Iguazú sind doppelt so groß wie die Niagara Fälle. Nach dem großartigen Anblick entschieden wir uns noch für einen Helikopterflug über die Fälle. Super!
Ein Flug nach Manaus brachte uns zu unserem Schiff, mit dem wir die nächsten Tage auf den Seitenarmen des Rio Negro verbringen sollten. In großen Kanus erkundeten wir die Seitenarme. Der Fluss war ganz ruhig, umgeben von grünem Urwald. Herrlich! Und so ganz anders als der Trubel Rio.
Schiff auf dem AmazonasUnser Schiff, der Amazonas Clipper, war ein schönes Amazonasboot. Hier hatte man sich voll auf deutsche Reisende eingestellt, die Bordsprachen waren brasilianisch und deutsch, die Bordwährung u.a. Euro. Die Kabinen waren recht geräumig und schön eingerichtet. Der Service war sehr freundlich und das Essen sehr gut. Am nächsten Tag trafen wir uns wieder zu einer weiteren Kanutour zu Sonnenaufgang. Wir mussten früh aufstehen, aber als wir es einmal geschafft hatten, genossen wir die Stimmung und das besondere Licht, das auf dem Wasser lag. Ein Spaziergang durch den Wald schloss sich an, die Luft war feucht, und langsam wurde es immer heißer. Wir besuchten eine Caboclo-Familie, die hier in einfachen Strohhäusern leben.
Brasilien AnavilhanasDie Anavilhanasregion liegt inmitten des Jaú Nationalparks, der das größte Regenwaldschutzgebiet in Südamerika ist. Bei einem Nachtausflug konnten wir einen Blick auf die hier heimischen nachtaktiven Tiere werfen wie bestimmte Schlangen, Capybaras, Faultiere und Ameisenbären (von denen wir leider nicht alle sahen). Das Dorf Novo Airao befindet sich mitten in den Anavilhanas. Der Ort ist nicht besonders spannend, denn man hatte sich hier auf den Bootsbau spezialisiert, doch das Geschäft mit den Booten ging wohl zurück. Das einzig Schöne hier waren die Delphine, die im Wasser neben uns herschwammen. Der Fluss war hier ziemlich dunkel. Wir genossen die Möglichkeit, uns einfach mal fallen zu lassen und einfach nur die grandiose Aussicht auf uns wirken zu lassen.
Zu Mittag gab es lokale Spezialitäten, die wirklich großartig geschmeckt haben.
Danach noch ein letzter Ausflug in das unglaubliche Wasserreservoir, ein letztes Abendessen, am nächsten Morgen sollte unsere grandiose Fahrt über dieses riesige Flussgebiet zu Ende sein. Wir machten einen Abstecher zum Meeting of the Waters, wo der Rio Negro und der Rio Salimoes nebeneinander herfließen, ohne sich zu vermischen. Das schwarze Wasser des Rio Negro und das schmutzig-braune des Rio Salimoes, ein grandioser Anblick!
In Manaus bekamen wir wieder festen Boden unter die Füße. Wir machten eine Stadtbesichtigung und sahen uns die berühmte Oper an. Das Gebäude ist zu Recht berühmt, denn es ist wunderschön. Eine golden-grüne Kuppel überragt den Bau und die Oper ist rosa und weiß angestrichen. Brasilien Manaus OperManaus besitzt Hochhäuser, aber generell wirkt es eher provinziell.  Das Hotel hier gehörte zu einer Kette, war eher ein wenig beliebig, aber sehr sauber. Wir genossen unsere letzte Nacht, denn am nächsten Tag flogen wir schon wieder über Sao Paulo zurück nach Frankfurt.
Wir haben diese Reise sehr genossen. Vor allem die Flusskreuzfahrt war ein Erlebnis. Die Organisation mit den vielen Stationen und unterschiedlichen
Transportmöglichkeiten war sehr gut, alles hat ohne Probleme geklappt, und wir sind froh, dass unsere Freunde uns diesen guten Tipp gegeben haben. Wir geben diese Empfehlung nur allzu gern weiter.

P. Ewald, Sankt Augustin
 
     
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