Zum ersten Mal wollten wir mit einem Schiff auf Reisen gehen. Meine Frau hatte sich immer gesträubt, aber inzwischen war schon fast jeder von unseren Bekannten auf einer Kreuzfahrt gewesen und jeder hat nur geschwärmt. Also nun auch wir. Nachdem wir von unseren Bekannten auf Kiwi Tours aufmerksam gemacht worden waren, entschieden wir uns dazu, mit Kiwi Tours den Persischen Golf zu erkunden.

Neun Tage würden wir Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman kennen lernen. Immer an Bord und wenn es etwas zu sehen gab, dann wurde angelegt. Eigentlich eine angenehme Art des Reisens, verglichen mit einer Reise mit dem Auto oder dem Bus.
Mit der angenehmen Fluglinie Emirates flogen wir von Frankfurt nach Dubai. Wir sind schon viel geflogen, aber Emirates hat uns ausnehmend gut gefallen. Der Service an Bord, das Essen, das Unterhaltungsprogramm, alles war gut organisiert und sehr schön. Am Flughafen wurden wir gleich abgefangen und von einem Reiseleiter an Bord der "Brilliance of the Seas" gebracht. Ein wohlklingender und verheißungsvoller Name. Mal sehen. Nachdem wir unsere Kabine bezogen hatten, die sehr klein war, so klein, dass wir uns kaum umdrehen konnten, aber ansonsten vollkommen in Ordnung war, begaben wir uns erst mal auf Erkundungstour. Bis zum Ablegen des Schiffes war noch viel Zeit und wir beschlossen, vorher noch nach Dubai zu fahren. Wir nahmen uns ein Taxi und ließen uns quer durch die Stadt kutschieren, sahen die Jumeirah Moschee und waren auf einem Souk. Generell hat Dubai uns ganz gut gefallen, aber noch einmal müssten wir nicht hierhin. Wir gingen also wieder an Bord und verbrachten die erste Nacht auf dem Schiff, das immer noch im Hafen von Dubai vor Anker lag.

Erst am nächsten Tag legten wir ab. Wir hatten herrliches Wetter, als wir mittags an Deck standen und Dubai noch einmal zuwinkten. Dann verließen wir die arabischen Emirate und kamen nach Oman. Muscat hat uns wirklich gut gefallen. Es ist eine Kleinstadt, sehr bescheiden, sehr ruhig, fast zerklüftet wirkend in viele kleine Stadtteile, die fast unzusammenhängend erscheinen. Am schönsten ist der berühmte Souk von Muttrah. Teilweise überdacht sind hier die einzelnen Geschäftszweige wie Gold- und Silberschmuckhändler, Gewürzhändler oder Stoffhändler in kleine Gassen aufgeteilt. Wirklich sehr sehenswert. Auf einer Stadtführung wurden wir auch noch zur Großen Moschee und zum Bait Al Zubair Museum gebracht, in dem es um die Geschichte Omans geht. Danach ging es an die Corniche, wo wir noch auf den Fischmarkt geführt wurden.
Unser nächster Stopp war das Emirat Fujairah. Die Halbinsel Musandam erkundeten wir auf einer Bootsfahrt. Musandam ist geprägt von schroffen Gebirgszügen und tief zerklüfteten Fjorden. Erstaunlichen Gesteinsformationen reichen hier bis ans Wasser. Am Strand von Haffa machten wir ein Picknick, eine nette und entspannte Form des Essens.
Am nächsten Tag erreichte das Schiff Abu Dhabi. Hier erkundeten wir dann auch mal die Wüste. Mit einem Geländewagen fuhren wir ab von der Straße und quer über die bis zu 300 Meter hohen Sanddünen.

Meiner Frau gefiel dieser Ausflug nicht besonders, sie hatte eher etwas Angst, während ich die Fahrt voll genossen habe. Anschließend wurden wir - wer wollte - noch auf Dromedare gesetzt und machten einen kurzen Ritt auf ihrem Rücken. Gewöhnungsbedürftig.
Unser letztes Ziel war Bahrain. Bahrain will Dubai in nichts nachstehen und versucht ebenfalls, eine Großmetropole von Bedeutung zu werden. Ein neuer Hafen soll für viel Geld entstehen. Das Königreich Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Inselstaat, dessen Name "zwei Meere" bedeutet.
In Dubai gingen wir dann wieder von Bord. Noch einmal konnten wir die schnelllebige Metropole genießen: Wir machten noch einen geführten Ausflug nach Palm Island, dem so genannten achten Weltwunder und besuchten das berühmte Hotel Burj al Arab. Außerdem erkundeten wir die Marina, Emirates Hills und das Dubai International Financial Center. Dann mussten wir schon zum Flughafen aufbrechen und es ging wieder heim nach Deutschland.
Die Reise verging unglaublich schnell. Doch durch die Möglichkeit, jede Minute auszukosten, indem man sich beim Weiterfahren einfach schön am Pool entspannen konnte oder eine Massage genießen konnte, war kein Moment verschwendet, ganz anders, als wenn man eine Autoreise macht, bei der mindestens einer immer ein wenig gestresst ist. Wir konnten die Zeit nutzen und uns entspannen, eine wirklich gelungene Art zu reisen. Das wird sicher nicht unsere letzte Kreuzfahrt bleiben.
Paul K.