Wir landen pünktlich in Havana, der Hauptstadt Kubas. Wir hatten schon eine bestimmte Vorstellung von Havana, und wirklich, es ist ein wenig wie eine Zeitreise. Die Straßen sind voll von diesen alten Autos aus den 60er Jahren.

Die Stadt ist bunt und heruntergekommen, was ihr einen sehr malerischen Touch gibt, wäre da nicht an jeder Ecke die Armut. Trotzdem kann man sich dem Charme der Stadt nicht entziehen. Besonders das Viertel Vedado ist schön, hier kann man gut weggehen. Es ist sehr lebendig hier, vor allem nachts, wenn die Stadt von den gelben Straßenlaternen beleuchtet wird. Hier spielt sich das Leben auf der Straße ab, wie in vielen warmen Ländern. Auf einer Stadtrundfahrt erlebten wir vom Bus aus die Sehenswürdigkeiten der Stadt. So bekamen wir einen guten ersten Eindruck. Dann sind wir noch allein losgezogen.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus weiter nach Pinar del Rio. Hier liegt das Zentrum des weltberühmten kubanischen Tabakanbaus. Die Natur hier ist wunderschön. Ein Besuch in einer Tabakfabrik zeigte uns die Trockenschuppen, außerdem besuchten wir eine Rumdestillerie und besichtigten die Felsmalereien in Viñales.

In Soroa besuchten wir dann eine Orchideenfarm und machten bei einem wunderschönen Wasserfall Halt. Dann fuhr der Bus weiter nach Santa Clara, wo Che Guevara begraben liegt. Und das ist mal wirklich ein Grab. Es ist ein riesiges Mausoleum.
Über die Sierra del Escambray ging es weiter nach Trinidad. Reiche Zuckerbarone habe diese Stadt geschaffen, die heute unter dem Schutz der UNESCO steht. Auch hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es gibt sehr gut erhaltene Herrenhäuser und vom Torre de Iznaga, dem Sklaventurm, aus wurden früher die Sklaven bei ihrer Arbeit beaufsichtigt. Trinidad ist wirklich sehenswert.

Camagüey dagegen hat einen sehr eigenen Charme, da seine Straßen alle labyrinthartig angelegt wurden, zum Schutz gegen Piraten. Alles hier ist eng und verwinkelt und sehr schön. Unser nächster Halt ist Bayamo. Die Stadt ist klein, der zentrale Platz von einfachen, aber schön restaurierten Gebäuden umgeben.
In Santiago de Cuba sind die Straßen - ganz im Gegensatz zu Camagüey - quadratisch angelegt. Die Stadt liegt sehr schön in den Bergen und der Blick von hier oben ist herrlich. Die Straßen entlang kann man sehr weit sehen und besonders schön fanden wir das ehemalige Hotel Imperial, das eine sehr schöne Fassade hat. Hier wurde viel im Jugendstil gebaut, ein architektonischer Stil, der sich in Europa um die Jahrhundertwende 1900 entwickelt hat und bis hierher gekommen ist. Die Casa Diego Velázquez soll eines der ältesten Kolonialbauten Lateinamerikas sein und das älteste erhaltene Haus auf Kuba. Es ist im Mudéjar-Stil gebaut und sieht eher orientalisch aus.

Kuba ist immer noch ein traumhaftes Reiseziel, gerade, weil alles noch so alt und echt ist. Hier riecht es an jeder Ecke nach Geschichte. An der Organisation durch Kiwi Tours gab es nichts zu meckern, die Hotels waren alle in Ordnung und die Fahrten mit dem Bus gut auszuhalten und nicht zu lang. Man sollte aber schon wirklich eine Reise mit vielen anderen Teilnehmern machen wollen und keine Individualreise erwarten. Man ist fast ständig von anderen Menschen umgeben, dafür muss man sich aber auch um nichts kümmern. Eine großartige Reise, die immer wieder unvergessliche Momente bringt.
R. Ammer