Da die Entfernungen in Peru so groß sind, bin ich mit meiner Reisegruppe auf dieser Reise oft geflogen. Schon nach einer kurzen Nacht in Lima mussten wir wieder zum Flughafen, da wir weiterflogen nach Arequipa. Schade, dass wir nicht erst ein wenig Zeit hatten, uns im Land einzufinden, uns an die Höhe und das Klima zu gewöhnen.

So begann die Reise also in Arequipa, der "weißen Stadt". Das bezieht sich nicht nur auf die Architektur aus weißem Siliarstein, sondern auch auf die Tatsache, dass Arequipa die Stadt der Spanier war. Heute erinnert nur noch wenig an den weißen Stein, alles ist in fröhliche, bunte Farben getaucht. Eine wunderbare Stadt. Hier hat des mir sehr gut gefallen. Besonders die im "Mestizenstil" genannten Steinmetzarbeiten, eine Mischung aus europäischen Motiven und Inka-Motiven, haben es mir angetan.
Dann der nächste Flug. Das ist anstrengend, aber die Alternative, das alles mit dem Bus zu machen, ist noch viel anstrengender. Wir fuhren nach Puno. Auf dem Weg hielten wir in Sillustani, wo ich die Grabtürme aus dem 13. Jahrhundert ein wenig langweilig fand. Puno war da schon ganz anders: lebendig und fußgängerfreundlich. Wir besichtigten die kleine Kathedrale, die exakt geschnittenen Buchsbäume, eine nette Stadt. Wir verbrachten die Nacht hier in einem sauberen Hotel und machten uns am nächsten Morgen auf den Weg zum Titicacasee.

Dort besuchten wir die Uros-Indianer, die auf schwimmenden Schilfinseln leben. Das ist gewöhnungsbedürftig. Leider sind die Uros längst eine Touristenattraktion, so dass man wirklich nicht von einem Geheimtipp sprechen kann. Und die letzte Vollbluturofrau ist bereits 1959 gestorben, so dass man jetzt besonders Mischlinge sieht.
Auf der Insel Taquile konnten wir die berühmte Textilprodukte der hiesigen Webereien sehen und erstehen, wer wollte. Die UNESCO hat diese Kunstfertigkeit in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Am nächsten Tag wurden wir Cuzco gebracht. Auf der Fahrt fuhren wir an vielen Lamas vorbei - vielleicht waren es auch Alpakas, wer kennt sich da schon aus. Diese Fahrt machten wir mit dem Zug, es gab an Bord ein Mittagsessen und am späten Abend kamen wir an. In Chinchero, unserem ersten Ausflugsziel, gab es einen schönen Markt. Dann die Weiterfahrt nach Ollantaytambo. Hier gibt es eine Festung zu sehen, die aus bis zu acht Meter hohen Blöcken gebaut wurde. Eine reife Leistung. Dann wieder zurück nach Cuzco. Die ehemalige Inkahauptstadt wird beherrscht durch gemischten Baustile im europäischen und Inkastil. Zu Fuß machten wir uns auf in die Kathedrale und den ehemaligen Sonnentempel der Inkas. Außerdem liegen die Inkariunen von Sacsayhuaman, Kenko, Puca Pucara und Tambomachay nicht weit, die wir auch besuchen.

Dann folgte der wirkliche Höhepunkt der Reise: Machu Picchu. Wir verbrachten einen ganzen Tag hier oben. Vom "Casa del Guardian" aus hat man einen guten Überblick über das Areal. Die Stadt ist geteilt in einen landwirtschaftlichen Teil und einen städtischen Teile. Es gab ca. 1000 Einwohner und vielen religiösen Kultstätten. Die Lage von Machu Picchu ist unglaublich. Ich war tief beeindruckt und setzte mich, um alles in Ruhe wirken zu lassen. Obwohl man die Bilder kennt, ist es etwas ganz Anderes, es mit eigenen Augen zu sehen.

Die elftägige Rundreise ging viel zu schnell vorüber, eigentlich zu wenig für dieses grandiose Land. Aber ich hatte auch nicht mehr Zeit, uns so konnte ich mir wenigstens einen Eindruck verschaffen. Wer alte Ruinen liebt, und freundliche Menschen mag, der ist hier auf jeden Fall richtig.
S. Meyer